18 | 12 | 2017

Zeit- und Kulturstufen

Die nachfolgenden Angaben stellen einen Überblick zu den bislang erlangten Ergebnissen der Nachforschungen in den Gemeinden Grävenwiesbach, Neu-Anspach, Schmitten, Wehrheim sowie Weilrod dar.


Zeit:

Kultur/Gruppe:

Denkmal:

Fundort:

Bemerkungen:

Mittelsteinzeit
(ca. 10.800 bis 5.600 v.Chr.)

noch Jäger und Sammler

ein/e Basislager/Freilandstation

Naunstadt

Das erste Denkmal dieser Art im Hochtaunuskreis. Entdeckt Ende 1997. Seitdem wurden  zahlreiche Steingeräte u. Abschläge aufgelesen.

Jungsteinzeit
(ca. 5.600 bis 2.200 v.Chr.)

Linearbandkeramische Kultur
(ca. 5.600 bis 4.900v.Chr.)
;
erste Ackerbauern u. Viehzüchter im heutigen Hessen

sechs Siedlungsplätze, bislang aus der jüngeren Phase um 5.000 v.Chr., darunter ein mehrphasiges Graben-/Erdwerk von über zwei Hektar Größe (1999 durch Geomagnetik nachgewiesen)

Friedrichsthal, Maibach (Wetteraukreis), Usingen, Wernborn

Erst seit 1993 nachweisbar. Aufgrund ihrer peripheren Lage wurde 1996 zusammen mit dem Seminar für Vor- u. Frühgeschichte der Universität Frankfurt/M. ein gemeinsames Forschungsprojekt gestartet, welches 2000 seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte.

 

Michelsberger Kultur
(ca. 4.200 bis 3.500 v.Chr.)

Einzelfunde, keine nähere Klassifizierung möglich

Anspach, Hasselbach, Wernborn

Ältere Lesefunde, die überwiegend sekundär verschleppt worden sein dürften.

Bronzezeit
(ca. 2.200 bis 800 v.Chr.)

Mittel-/Hügelgräberbronzezeit
(ca. 1.600 bis 1.300 v.Chr.)

ein Einzelfund, wenige Siedlungsplätze und zwei mögliche zerstörte Gräberfelder

Anspach, Eschbach,  Wehrheim, Wernborn

Altfunde und seit 1993 hinzugekommene Lese- und Ausgrabungsfunde.

 

Urnenfelderkultur
(ca. 1.300 bis 800 v.Chr.)

ein Einzelfund, zahlreiche Hinweise auf  Siedlungsplätze, ein Gräberfeld

Anspach, Obernhain, Pfaffenwiesbach, Usingen, Wehrheim, Wernborn, Westerfeld

Altfunde und seit 1993 hinzugekommene Lese- und Ausgrabungsfunde. Besondere Bedeutung erlangte ein Urnenfriedhof in Wehrheim, dessen Erforschung noch nicht abgeschlossen ist.

Vorrömische Eisenzeit
(ca. 800 bis um 50 v.Chr.)

Hallstattzeit
(ca. 800 bis 450 v.Chr.)

überwiegend Hügelgräberfelder (ungestörte und gestörte), wenige Hinweise auf Siedlungsplätze

Anspach, Hausen-Arnsbach, Hundstadt, Oberlauken, Pfaffenwiesbach, Usingen, Wehrheim, Wernborn, Wilhelmsdorf

Altfunde und seit 1993 hinzugekommene Lese- und Ausgrabungsfunde.

 

Latènezeit
(Kelten, ca. 450 bis um 50 v.Chr.)

Einzelfunde, zwei Gräberfelder, einige Siedlungsplätze

Anspach,  Eschbach, Obernhain, Naunstadt, Westerfeld, Wehrheim

Altfunde und seit 1993 hinzugekommene Lese- und Ausgrabungsfunde.

Römische Kaiserzeit
(um Chr. Geb. bis Mitte 5.Jh.)

 

In unserem Arbeitsgebiet endet die röm. Vorherrschaft  mit Aufgabe des obergermanischen Limes  um 260 n.Chr.

römische Einzelfunde (sekundär verschleppt) und eine germanische Siedlung (ca. Ende 1. bis Mitte 2. Jh. n.Chr., Chatten?)

Heinzenberg, Usingen

Erst seit Anfang 2000 ist eine germanische Siedlung ca. 6 km nördlich des zeitgleich bestehenden Limeskastells "Saalburg" nachweisbar. Im Jahre 2002 kam es unter der Leitung des LfD Wiesbaden zu einer kleineren Sondierungsgrabung.

Um 400 n.Chr.

Völkerwanderungszeit

ein vermutlich alamannischer  Siedlungsplatz

Kransberg

Ältere Sondenfunde von Raubgräbern deuten auf eine Höhensiedlung des 4./5.Jh. und vermutlich jünger hin.

Mittelalter
(ca. 6. bis 15. Jh.)

Früh- (ca. 6. bis 9. Jh.), Hoch- (10. bis 13. Jh.) und Spät-
mittelalter (13. bis 15. Jh.)

Wüstungen, Burgen und heute noch bestehende Ortschaften mit  mittelalterlicher Gründungszeit (Baudenkmäler) sowie Eisenerzverhüttungsplätze

alle Gemeinden

Die hiesige Wüstungs-
forschung steht erst am Anfang. Mit ihr verbunden ist die Eisengewinnung, die nachweislich bis ins 9./10. Jh. zurückreicht. Im Jahre 2002 konnten im Zuge der Grabung der o.g. german. Siedlung bei Usingen Teile eines karolingischen Hofes ausgegraben werden.

Neuzeit
(ab 16. Jh.)

frühe Neuzeit bis heute

zahlreiche Einzelfunde, Baudenkmäler, vorindustrielle Eisenerzverhüttung/-verarbeitung (Hochöfen, Hammerwerke)

alle Gemeinden

Nunmehr ist das meiste anhand schriftlicher Quellen überliefert, dennoch können auch hier Funde, besonders in den Städten und Dörfern von Bedeutung sein, da sie Einzelfragen zu Baudenkmälern beantworten helfen.