Historisches Rathaus zu Usingen, erbaut 1687...


Gedenkstätten des demokratischen Nassau in Usingen

Usingen kann den Verlust vieler historischer Bauwerke durch die Brände im 17. Jahrhundert nicht mehr rückgängig machen. Dasselbe gilt für die Einäscherung des Fürstenschlosses am 5. Januar 1873. Umso wichtiger ist es, die noch vorhandenen Baudenkmäler mit Respekt zu behandeln und sie wieder mit Leben zu füllen, zumal sie auch Erinnerungsstätten nassauischer, ja sogar deutscher Demokratie sind (siehe unten). Die Wertschätzung derartiger historischer und architektonischer Kleinodien haben die Bürger Usingens vor nicht allzu langer Zeit bei der Bürgerbefragung zur Erhaltung des historischen Rathauses bekundet.



Der Junkernhof, ein ehemals freiadeliger Hof mitten in Usingen...

Wir laden Sie ein zu einem digitalen Rundgang!


Eine ausführliche Übersicht zu den historischen Gedenkstätten erhalten Sie im anschaulichen Faltblatt

"Usingen... ein "historischer" Stadtrundgang" (PDF-Datei, 10 MB)

Weitere Informationen: Die Geschichte Usingens und seiner Stadtteile (Homepage der Stadt Usingen) und in Wikipedia.



Topographie „Geist der Freiheit – Freiheit des Geistes“

Erstellt von unserem Vereinsmitglied Friedebert Volk im Oktober 2006 für eine von der “KulturRegion Frankfurt Rhein-Main” geplanten Publikation gleichen Namens:


  • Fürst WALRAD (1635-1702) untersagt die freie Religionsausübung (1701: Pietisten aus Niederhessen dürfen sich in Usingen nicht ansiedeln, der Bürger STAHL wird bestraft, weil er einen katholischen Priester an sein Krankenbett gerufen hatte). Die gegen den Steuerdruck rebellierenden Bauern werden gefügig gemacht (1664-1678: Stockheimer Verdrießlichkeiten; 1696-1698: Auflehnung der Grävenwiesbacher und Eschbacher Untertanen).
  • Zwangsrekrutierung 1806 und Desertation junger Usinger Männer 1808.
  • 1818-1824: Der Usinger Student Georg Martin REINHARDT wird mehrmals von der Central-Untersuchungs-Commission des Deutschen Bundes (Mainz) verhört, weil er Kontakte zu demokratischen Kreisen unterhielt. Er wurde am 10.5.1794 in Usingen, Neutorstraße 9, geboren und war ab 1832 Landrat von Meisenheim am Glan.
  • 1804: Geburt August HERGENHAHN in der Obergasse 25, des ersten liberalen Ministerpräsidenten Nassaus in Wiesbaden 1848.
  • 1814: Gründung der Deutschen Gesellschaften im Prinzenpalais, Obergasse 23, damals Gasthaus zur Post, durch Friedrich Ludwig WEIDIG, die Gebrüder SNELL, DOMBOIS, WELCKER u.a.
  • 1834: Gründung des Usinger Lesevereins, dessen Bibliothek 1848 auf 1.591 Bände angewachsen war und der von der Zensur argwöhnisch beobachtet wurde.
  • 1841: Gründung des Taunusboten, der sein Erscheinen im Jahre 1849 aber wiedereinstellte.
  • 1842: Fritz EMMINGHAUS unterbreitete der Öffentlichkeit den Vorschlag eines jährlich durchzuführenden Feldbergfestes. Sein Geburtshaus war Schloßplatz Nr. 4.
  • 1846: Gründung der Usinger Turn- und Sportgemeinde 1846 e.V. mit Carl OHLENMACHER als erstem Vorsitzenden.
  • 1848: Carl OHLENMACHER unterstützt Pfarrer SNELL (Langenbach) bei den Zusammenkünften des Bürgervereins an der unteren Weil in der Elendsmühle bei Heinzenberg, wo sich an manchen Sonntagen bis zu 2.000 Bauern einfanden, um sich über politische und soziale Fragen zu informieren.
  • 1848: Einrichtung eines Lesecabinetts in der Turnerkneipe Krachbein (heute Gasthof Walrad) als Ergänzung des Lesevereins. Es lagen vier sehr gut redigierte Zeitungen für denkende und vorwärtsschreitende Menschen aus.
  • Im Usinger Schloßsaal fand am 21. 11. 1848 ein Benefizkonzert für die Familie des in Wien am 09.11.1848 standrechtlich erschossenen Robert BLUM statt.
  • In der Laurentiuskirche hielt Usingen als einziger Ort Nassaus am 04.02.1849 einen Dankgottesdienst für die im Vorjahr gewährten Grundrechte und bürgerlichen Freiheiten ab. Stadtrat und Bürger nahmen regen Anteil. Die von Dekan SENFFT gehaltene Predigt gehört zu den bedeutsamsten Dokumenten des Revolutionsjahres.
  • 1851: Die Usinger TSG 1846 stellt ihren Betrieb de facto ein
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