Die Diele reicht von der Vorderseite des Hauses bis zur Rückseite. Ursprünglich war sie aber nach Osten hin noch zwei Meter breiter. Durch statische Probleme waren einige Unterzüge gebrochen. Die neue Wand verlieh nicht nur Stabilität, sondern erzeugte auch neuen Wohnraum.
Eine breite Treppe, die noch weitgehend original erhalten ist, führt von zwei Seiten in den 1. Stock. Unter der Treppe führt eine Stiege in einen Gewölbekeller, der noch von einem 1692 abgebrannten Haus herrührt.
Die Diele ist mit Sandsteinplatten belegt, die genau 1 ½ Usinger Schuh lang und breit sind. Der Usinger Schuh, auch Fuß genannt, entspricht dem Frankfurter Schuh und misst 28,46 cm.
Ein Windfang hinter der Haustür verhindert Zugluft. Der südliche Ausgang führt durch die Veranda.


Die Diele ist nicht unterkellert. Bei der Renovierung entdeckten die Eigentümer alten Bauschutt unter den Steinplatten, der nach dem Brand von 1692 zur Einebnung der Baustelle benutzt wurde. Unter anderem fanden sich darin ornamentierte Bodenfliesen oder deren Bruchstücke mit drei verschiedenen Motiven (Bild: Fam. Würz). Eines davon ist bisher nur aus dem Junkernhof bekannt.





In der jetzigen Küche und einem Nachbarraum befand sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Schalterhalle einer Spar- und Leihkasse. Für diesen Schalterraum wurden zusätzliche Fenster in die Front gesetzt, die jetzt die Regelmäßigkeit der Fenster durchbrechen. Der eigentliche Kassenschalter war durch eine verglaste Wand abgeteilt. Die Räumlichkeiten brachten der Spar- und Leihkasse kein Glück, denn sie wurde schon bald wieder geschlossen.

Unter den vorderen 4 Metern des heutigen Gebäudes befand sich ursprünglich die Straße zur Westpforte. Bei der Renovierung fanden die Besitzer unter meterhohem Bauschutt die noch gut verlegten Pflastersteine des Torweges.


Die heutige gute Stube zur Terrasse ist mit Möbeln ausgestattet, die nach Rückkehr von Prokurator Wilhelmj nach Wiesbaden im Junkernhof verblieb. Die Balken-Stütze wurde nachträglich eingezogen, wahrscheinlich um 1800. Sowohl Wand als auch Decke sind nicht gerade. Die alte Stadtmauer stellt die Westwand dar.
Lange befand sich hier ein Wirtschaftsraum, ursprünglich die Küche mit offenem Feuer unter einem großen Rauchfang, dann eine Schnapsbrennerei. Ende des 18. Jahrhunderts war er Teil der Flanellfabrik, die Jean-Henri Granndpierre im Junkernhof betrieb. Eine Pumpe beförderte das Wasser aus dem Brunnen im darunter liegenden Keller in schwenkbar gelagerte Bottiche, in denen die Stoffe gefärbt wurden.
Ursprünglich war der Boden mit “rauem Stein“ (Granit aus dem Odenwald) belegt. Die Fenster nach Süden waren lange geschlossen, weil dort in unmittelbarer Nähe ein Schweinestall duftete.





Der Wintergarten ist neu angelegt und wurde um die 140 Jahre alten Eichenholzfenster herum konstruiert, die ursprünglich aus dem Max-Planck-Gymnasium in Göttingen stammen.

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